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28.05.2015
Back To Black

Back To Black - Schwarze Perlen

Back To Black, Back To Black - Schwarze Perlen John Coltrane - Black Pearls

"Vinyl ist das einzig Wahre", behauptet Indie-Rocker Jack White. "Ich hatte immer das Gefühl, dass man ein Album erst dann wirklich besitzt, wenn man es als Vinyl-Ausgabe kauft. Das Ganze hat nichts mit Retro-Romantik oder ähnlichem zu tun. Vinyl ist einfach immer noch lebendig." So wie Jack White sehen es immer mehr Leute. Nur so läßt sich das fabelhafte Comeback dieses einst totgesagten Mediums erklären, das seit einiger Zeit jährlich zweistellige Zuwachsraten verzeichnet. Zu diesem erfreulichen Trend tragen natürlich exzellente Vinyl-Reissue-Reihen wie "Back To Black" bei. In dieser Serie werden neugemasterte Jazzklassiker von zeitlosen Legenden in hochwertigen Vinyl-Pressungen wieder aufgelegt. Und obendrein gibt es dazu noch einen Download-Gutschein. Diesmal erscheinen in der Reihe sieben Alben von John Coltrane, Cannonball Adderley, Clifford Brown, Thelonious Monk, Bill Evans und Wes Montgomery.

John Coltrane - Black Pearls

Das unveröffentlichte Material, das viele Plattenfirmen erst herausbringen, wenn ein Künstler zu einem anderen Label gewechselt hat und dort zum Star aufgestiegen ist, ist oft nicht der Rede wert. Nur in Ausnahmefällen befindet sich darunter eine echte Perle. John Coltranes "Black Pearls" war eine solche rare Ausnahme. 1958 für Prestige Records aufgenommen, erschien "Black Pearls" erst 1964, als Coltrane mit seinen Impulse-Alben für Furore sorgte. Doch in diesem Fall hatte die Veröffentlichung durchaus ihre Berechtigung: Denn der Tenorsaxophonist hatte seinen "Sheets of Sound"-Improvisationsstil perfektioniert. Besonders beeindruckend ist der 18-minütige "Sweet Sapphire Blues", den Coltrane damals auf Wunsch von Produzent Bob Weinstock aus dem Stegreif im Studio "komponierte".

Cannonball Adderley Sextet - In New York

Bei einem exzellenten Auftritt im legendären Village Vanguard stellte der Altsaxophonist Cannoball Adderley 1962 erstmals sein aufregendes neues Sextett vor. Besetzt hatte er es u.a. mit seinem Bruder Nat am Kornett, Yusef Lateef an Tenorsax, Flöte und Oboe (!) und dem aus Wien stammenden, damals noch recht unbekannten Pianisten Joe Zawinul (der später mit Weather Report Jazz-Fusion-Geschichte sschreiben sollte). All About Jazz nannte das Album "In New York", das bei diesem Auftritt mitgeschnitten wurde, die "vielleicht unverzichtbarste Aufnahme der Adderley-Brüder".

Clifford Brown - Memorial

"Als Brownie aufstand und sein erstes Solo in ‘Philly J.J.’ spielte, fiel ich im Kontrollraum fast vom Hocker", berichtete der berühmte Jazzhistoriker Ira Gitler, der 1953 Clifford Browns Session mit dem Tadd Dameron Orchester betreute, bei denen ein Teil der Aufnahmen für "Memorial" entstand. "Seit Fats Navarro hatte ich keinen Trompeter mehr gehört, der mit solcher Power und Brillanz, mit einem solchen Tonumfang, mit so viel Wärme und Einfallsreichtum spielte." Auch bei der zweiten Session für "Memorial" unter der Leitung von Quincy Jones präsentierte sich Brown in Höchstform. Diesmal spielte er mit dem Trompeter Art Farmer und schwedischen Musikern (u.a. Åke Persson und Lars Gullin) vier Arrangements von Jones.

Thelonious Monk - In Italy

Mit einem Programm, das man auch "Monk’s Greatest Hits" überschreiben könnte, begeisterte Thelonious Monk 1961 das europäische Publikum. Die Konzerte, die er mit Tenorsaxophonist Charlie Rouse, Bassist John Ore und Drummer Frankie Dunlop in Paris und Mailand gab, wurden von Riverside auf Alben ("Monk In France" bzw. "Thelonious Monk In Italy") für die Nachwelt festgehalten. Zu hören ist das Quartett hier mit inspirierten Darbietungen von Monk-Klassikern wie "Straight, No Chaser", "Epistrophy", "Bemsha Swing", "Crepuscule With Nellie" und "Rhythm-A-Ning" sowie einer Interpretation des Standards "Body And Soul".

Bill Evans - Interplay

Neun Alben spielte der Pianist Bill Evans zwischen 1956 und 1962 unter seinem Namen für das Label Riverside ein. Und nur auf einem dieser Alben war er nicht in dem von ihm stets bevorzugten Trio-Format zu hören. Für "Interplay" ging Evans im Juli 1962 mit dem jungen Trompeter Freddie Hubbard, Gitarrist Jim Hall, Bassist Percy Heath und Schlagzeuger Philly Joe Jones ins Studio, um eines der ungewöhnlichsten Alben seiner gesamten Karriere aufzunehmen. Evans, ansonsten für seine ungemein lyrische Ader bekannt, spielt in diesem Kontext sehr viel bluesiger und swingt auch härter und schärfer, als man es eigentlich von ihm gewohnt ist.

Cannonball Adderley & Bill Evans - Know What I Mean?

1958 spielten Cannonball Adderley und Bill Evans in einem der bedeutendsten Ensembles der Jazzgeschichte zusammen: dem Sextett des Trompeters Miles Davis. Vier Jahre später feierten die beiden Musiker, mittlerweile selbst zu Größen des Jazz gereift, auf dem Album "Know What I Mean" ihre Reunion. Als Unterstützung stand ihnen dabei das Rhythmustandem des Modern Jazz Quartet zur Seite: Bassist Percy Heath und Schlagzeger Connie Kay. Erstaunlich ist, wie mühelos der extrovertierte Cannonball Adderley und der introvertierte Bill Evans hier zueinanderfinden.

Wes Montgomery - Boss Guitar

Bevor der legendäre Jazzgitarrist Wes Montgomery sich vom Bebop verabschiedete und dem Soul-Jazz und poppigeren Gefilden zuwandt, nahm er noch eine Reihe von Alben mit dem Hammond-Organisten Melvin Rhyne auf. "Boss Guitar" war 1963 das erste dieser Alben. Gemeinsam mit dem glänzend aufgelegten Schlagzeuger Jimmy Cobb überraschten Montgomery und Rhyne dabei u.a. mit einer elektrisierenden Version des mexikanischen Schmachtfetzens "Bésame mucho" und dem sehr funky gespielten Blues "Fried Pies", der aus Montgomerys Feder stammte.