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22.01.2015
Back To Black

Back To Blue: Kunst statt Kommerz

Back To Black, Back To Blue: Kunst statt Kommerz Art Blakey - Mosaic

Das Jahr von Blue Notes 75. Jubiläum ist zwar schon ausgeklungen, aber die Reihe "Back To Blue", in der insgesamt 100 essentielle Jazzalben aus dem Katalog des Labels auf Vinyl wiederveröffentlicht werden, wird wie versprochen fortgesetzt. Jeden Monat erscheinen fünf dieser Alben auf 180 Gramm schwerem, audiophilem Vinyl; vorwiegend historische Aufnahmen, aber auch ein paar jüngere Werke, die sich noch auf dem Weg befinden, zu Klassikern zu reifen. Diesmal stehen Art Blakeys "Mosaic", Herbie Hancocks "Empyrean Isles", Wayne Shorters "Adam's Apple", Cecil Taylors "Unit Structures" und Jason Morans "Soundtrack To Human Motion" auf dem Programm.

 

Art Blakey - Mosaic

 

Seine Jazz Messengers besetzte der Schlagzeuger Art Blakey über fast fünf Jahrzehnte hinweg immer wieder neu mit aufregenden jungen Talenten. Als mit Trompter Lee Morgan und Pianist Bobby Timmons 1961 zwei wichtige Musiker die Band verließen, ersetzte Blakey sie durch Freddie Hubbard und Cedar Walton. Das neue Line-Up, dem noch Wayne Shorter, Curtis Fuller und Bassist Jymie Merritt angehörten, sollte sich schnell als eine der besten und erfolgreichsten Ausgaben der Jazz Messengers entpuppen. Gleich mit dem ersten Album, "Mosaic", legte das Ensemble einen absoluten Klassiker des Hardbop vor.

 

Herbie Hancock - Empyrean Isles

 

Gerade einmal 24 Jahre alt war Herbie Hancock, als er diesen Klassiker 1964 scheinbar locker aus dem Ärmel schüttelte. Den Titel "Empyrean Isles" mögen viele Musikfans nicht kennen, aber zwei der Kompositionen, die Herbie für das Album geschrieben hatte, um so besser: das hardboppige "One Finger Snap" und natürlich vor allem die groovige Funk-Nummer "Cantaloupe Island". Mit "Empyrean Isles" etablierte sich Hancock endgültig als eine der neuen treibenden Kräfte des Jazz. Einen Status, den bald danach auch seine drei Mitspieler erhalten sollten: Trompeter Freddie Hubbard, der hier zur Abwechslung einmal Kornett spielte, Bassist Ron Carter und der sogar erst 18-jährige Schlagzeuger Tony Williams.

 

Wayne Shorter - Adam's Apple

 

"Blue Note hat nie versucht, mich zu kommerziellen Alben zu verführen", verriet Wayne Shorter 2004 in einem Interview. "Sie nahmen nur gelegentlich den Schlagzeuger zur Seite und baten ihn, eine Sache mit etwas mehr Groove zu spielen. Auf 'Adam's Apple' erfüllten wir diesen Wunsch." Mit Herbie Hancock, Reggie Workman und Joe Chambers hatte Shorter 1966 bei der Einspielung des Albums allerdings eine exzellente Rhythmusgruppe, die auch ohne ausdrückliche Aufforderung zu grooven verstand. Auf "Adam's Apple" präsentierte der Saxophonist erstmals den Klassiker "Footprints", der noch heute fester Bestandteil seines Repertoires ist.

 

Cecil Taylor - Unit Structures

 

Die Avantgarde-Alben, die Blue Note in den 1960er Jahren herausbrachte konnten zwar kommerziell nicht mit den Hardbop- und Soul-Jazz-Platten des Labels konkurrieren. Doch Produzent Alfred Lion erkannte, dass es wichtig war, die neuen Entwicklungen im Jazz zu dokumentieren. So konnte Pianist Cecil Taylor 1966 mit einem ungewöhnlichen Ensemble "Unit Structures" für das etablierte Label einspielen. Taylor schöpfte dabei die Flexibilität aus, die ihm sein Septett mit Trompeter Eddie Gale, den Holzbläsern Jimmy Lyons und Ken McIntyre, Schlagzeuger Andrew Cyrille sowie den Bassisten Alan Silva und Henry Grimes bot, um eine ebenso komplexe wie farben- und klangreiche Musik zu kreieren.

 

Jason Moran - Soundtrack To Human Motion

 

Mit "Soundtrack To Human Motion" debütierte der erst 24-jährige Jason Moran 1999 bei Blue Note. Zur Seite standen ihm dabei der Saxophonist Greg Osby, in dessen Band der Pianist seit 1997 spielte, Vibraphonist Stefon Harris, Bassist Lonnie Plaxico und Schlagzeuger Eric Harland. Moran beeindruckt mit eigenen Stücken, die zugleich abstrakt und impressionistisch sind. Dazu passt auch die einzige Fremdkomposition, die Moran interpretiert: es  ist nicht etwa ein Jazzstandard, sondern ein Auszug aus Maurice Ravels Suite "Le Tombeau de Couperin".