Jazz Newsletter

Wir versenden wöchentlich den aktuellen Jazzecho Newsletter. Um keine Neuigkeit zu verpassen, können Sie sich gern hier mit Ihrer eMail-Adresse registrieren. Der Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden.

Mit dem Klick auf „OK“ bestätigen Sie, dass Sie Newsletter von uns erhalten möchten. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen. Infos zum Umgang mit persönlichen Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK

Labels

Im Bereich Labels finden Sie Informationen zu den wichtigsten und bekannstesten Jazzlabels der Welt:

Artikel

24.10.2014

“Outland” von Jøkleba - Inspirierte Instabilität

In den Grenzbereich zwischen Genie und Wahnsinn begeben sich Per Jørgensen, Jon Balke und Audun Kleive a.k.a. Jøkleba auf ihrem ECM-Debüt “Outland”.

Jøkleba, Outland von Jøkleba - Inspirierte Instabilität "Outland" von Jøkleba (ECM Records)

Das Akronym Jøkleba  setzt sich aus den Anfangssilben der Nachnamen der drei Bandmitglieder zusammen. Seit Per Jørgensen, Jon Balke und Audun Kleive ihr Trio 1990 gründeten, steht Jøkleba eher für die kontinuierliche Wandlungsfähigkeit der Band als für eine klare stilistische Identität. Unberechenbarkeit ist zur Visitenkarte des norwegischen Trios geworden. "Outland" ist bereits Jøklebas fünftes Album, aber das erste für das Label ECM, für das alle drei Musiker zuvor schon Aufnahmen in anderen Kontexten und mit anderen Ensembles machten.

Auf "Outland" setzt sich das Trio mit der Korrelation von Inspiration und Instabilität auseinander. Das Booklet enthält Arbeiten des schizophrenen Schweizer Malers, Komponisten und Schriftstellers Adolf Wölfli (1864-1930), der sein halbes Leben in einer Nervenheilanstalt verbrachte. Seine idiosynkratischen Bilder werfen Fragen über die Singularität künstlerischer Visionen auf. Die Titel der Stücke verweisen zudem auf Schriften von Sylvia Plath, Laura Restrepo, Sadegh Hedayat, Guy de Maupassant, Djuna Barnes, Malcolm Lowry und Ken Kesey, in denen es um den Zerfall von Identitäten geht. Oder wie Jon Balke es ausdrückt:

"Um den menschlichen Verstand, wenn er verloren geht." In seinen größtenteils ad hoc kreierten Stücken jongliert das Trio kollektiv mit einem immensen Arsenal an Rhythmen, Klangfarben und musikalischen Strukturen. Dabei entsteht eine brodelnde, manchmal geradezu überkochende elektro-akustische Musik, die man mit herkömmlichen Stilbegriffen nicht fassen kann. Am 18. November wird Jøkleba die Musik von "Outland" bei einem Konzert im Kölner Stadtgarten auch erstmals in Deutschland live vorstellen.