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News - Art Van Dammes Schlussakkord - JazzEcho

10.03.2010
Art van Damme
Art Van Dammes Schlussakkord

Art van Damme © MPS
© MPS

Jazzakkordeonisten konnte man schon immer an den Fingern einer Hand abzählen. Und noch sehr viel flüchtiger war seit jeher die Zahl der jazzenden Akkordeonspieler, die internationales Renommee erlangten. Wie wir erst jetzt erfahren haben, ist diese seltene Spezies vor kurzem um ein Musterexemplar ärmer geworden. Bereits am 15. Februar verstarb im kalifornischen Roseville der amerikanische Akkordeonvirtuose Art Van Damme.

Van Damme hatte in den späten 1930er Jahren damit begonnen, Benny Goodmans Klarinettensoli auf dem Akkordeon nachzuspielen. So ist es kein Wunder, dass er es wie kein zweiter verstand, auf dem Instrument wie der Teufel zu swingen. Das bewies er schon bald auch bei Sessions mit Größen wie Ella Fitzgerald oder Dizzy Gillespie. Genauso bravourös meisterte er auf seinem ungewöhnlichen Instrument aber auch Hard-Bop oder Cool Jazz. Und auch gelegentlichen Ausflügen in Pop-Gefilde war der belgischstämmige Amerikaner - der übrigens nicht mit dem muskelbepackten Action-Film-Helden gleichen Nachnamens verwandt gewesen sein soll - nie abgeneigt.

In Deutschland erlangte Van Damme natürlich vor allem durch die Einspielungen Bekanntheit, die er zwischen 1966 und 1972 für das rührige Schwarzwälder MPS-Label machte. Aber auch im Mutterland des Jazz gelten die zehn MPS-Alben als die besten Aufnahmen, die Van Damme in seiner langen Karriere gemacht hat. Zu hören ist er darauf unter anderem mit dem Gitarristen Joe Pass, Bassist Eberhard Weber sowie den Schlagzeugern Charly Antolini und Kenny Clare. Vor vier Jahren erst wurden diese Alben von Universal Music zusammen in einer fünf CDs umfassenden Box unter dem Titel "Swinging The Accordion On MPS" neu herausgebracht.

An seinem 75. Geburtstag verkündete Van Damme, dass er sein Akkordeon an den Nagel hängen und im kalifornischen Roseville einfach seinen Lebensabend genießen wolle. Kaum zwei Jahre später konnte man ihn jedoch schon wieder auf der Bühne erleben. Bis kurz vor seinem Tod reiste er als Botschafter des swingenden Akkordeons durch die Welt. Ausgebremst wurde der 89-Jährige erst im Dezember letzten Jahres, als er sich eine Lungenentzündung zuzog, von der er sich bedauerlicherweise nicht mehr erholen sollte. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Tod seines niederländischen Instrumentalkollegen Mat Mathews starb mit Art Van Damme ein weiterer großer Jazzakordeonist. Und für viele war er sogar der Größte, den der Jazz je hatte.

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