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News - Weit mehr als simple musikalische Artithmetik - JazzEcho

14.02.2001
Herbie Hancock
Weit mehr als simple musikalische Artithmetik

Der Aufstieg in den Jazz-Olymp gelang Herbie Hancock und Wayne Shorter bereits, als sie in den 60er Jahren gemeinsam im legendären Miles Davis Quintett spielten.

Seitdem haben beide der Entwicklung des modernen Jazz stets neue Impulse gegeben. Mit ihrem ersten Duo-Album "1+1" fügen sie der Jazzgeschichte nun ein weiteres spannendes Kapitel hinzu.

Was die beiden Ausnahmemusiker auf ihrem so schlicht "1+1" betitelten Meisterwerk betreiben, ist weit mehr als simple musikalische Artithmetik. Vielmehr werden hier in erstaunlicher Tiefe und Breite die unendlichen Möglichkeiten ausgelotet, die das Duo-Spiel zwei bestens miteinander vertrauten Musikern bieten kann. In einem ungemein farbigen Programm aus alten und neuen Eigenkompositionen zeigen sich der hier ausschließlich Sopransax spielende Shorter und Pianist Hancock zwar von ihrer kontemplativen und impressionistischen Seite, geben sich aber keineswegs inhaltslosen Wohlklangorgien hin. Bewußt reflektieren sie die Erfahrungen, die sie vor rund 30 Jahren gemeinsam im Ensemble von Miles Davis gemacht haben.

 

"Unsere Herangehensweise an diese Stücke hat ihren Ursprung in der Schulung, die ich sicherlich dem Zusammenspiel mit Miles Davis verdanke, und ich weiß, daß Wayne sich auch damit identifiziert", erzählt Hancock. "Wir richten die Kompositionen so aus", ergänzt Shorter, "daß wir unabhängig von ihrer Struktur, immer mit dem Unbekannten konfrontiert waren."

 

Mit Bravour gelingt den beiden Künstlern, die für ihre zuletzt auf Verve veröffentlichten Soloalben gerade erst mit Grammies ausgezeichnet wurden, eine überaus abenteuerliche Expedition in tonales und harmonisches Neuland. Daß Herbie Hancock und Wayne Shorter eine der aufregendsten Duo-Konstellationen des Jazz darstellen und dieses Album schon jetzt einen festen Platz in der Jazzgeschichte hat, kann sich jeder ausrechnen, der "1+1" zusammenzählen kann.

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