Erst machte er Latin-Jazz und Bossas mit Legenden wie Dizzy Gillespie und Donald Byrd, später arbeitete er als Arrangeur für Popstars wie Prince, Michael Jackson, Paul McCartney, Céline Dion und Robert Palmer: über fünf Jahrzehnte lang war Clare Fischer ein Musiker, der eher dezent im Hintergrund die Strippen zog. Trotzdem gewann er für seine beiden Alben “Clare Fischer and Salsa Picante Present 2+2” (1981) und “Free Fall” (1986) Grammys. Am 26. Januar ist Fischer 83-jährig in Los Angeles verstorben. Aus diesem traurigen Anlass wird jetzt die 1999 veröffentlichte und längst vergriffene Compilation “Latin Patterns - The Legendary MPS Sessions” digital wiederveröffentlicht.
Clare Fischers legendäre MPS-Aufnahmen
Die 15 Tracks der Compilation stammten von vier Alben, die der Komponist, Arrangeur und Keyboarder zwischen 1978 und 1980 für Hans Georg Brunner-Schwers Label MPS Records aufgenommen hatte: “Salsa Picante”, “Machaca”, “Clare Fischer And Ex 42” und “Foreign Exchange”. Auf diesen Alben verschmolz Fischer, wie es in Douglas Paynes Liner Notes hieß, “Feuer und Eis, pulsierende Latin-Percussion und coole, abstrakte Fender-Rhodes-Linien”.
Vielseitiger Arrangeur in der Jazz- und Popwelt
Fischer startete seine Blitzkarriere in der US-Westcoast-Jazzszene in den späten 1950er Jahren. Erfolge feierte er in den Anfangsjahren vor allem als Arrangeur für das Gesangsensemble The Hi-Lo’s, die Trompeter Donald Byrd und Dizzy Gillespie, Vibraphonist Cal Tjader sowie die Pianisten George Shearing und Sérgio Mendes. Schon damals zeigte er eine außergewöhnliche Vielseitigkeit. Später brillierte Fischer dann mit grandiosen Arrangements für Chaka Khan und João Gilberto, aber auch Popstars wie Prince, Michael Jackson, Paul McCartney, Céline Dion und Robert Palmer.
“Latin Patterns - The Legendary MPS Sessions”
Auf “Latin Patterns - The Legendary MPS Sessions” erschließt sich das gesamte musikalische Genie Clare Fischers, der wie kein anderer mitreißende Fusion-Sounds mit funkelnder Latin-Eleganz verband. Exzentrischer Höhepunkt ist seine Version des deutschen Volksliedes “Du, du liegst mir am Herzen”, das er zuvor schon für ein anderes Grammy-nominiertes MPS-Album, “Alone Together”, solo aufgenommen hatte. Unter Fischers Begleitern bei den hier versammelten Aufnahmen ragen vor allem Saxophonist Gary Foster, die Gitarristen Rick Zunigar und John Chodini, die Schlagzeuger Larry Bunker und André Fischer, die Perkussionisten Alex Acuña und Luis Conte und das Gesangsensemble Foreign Exchange heraus.









