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News - “Godfather of Rhythm and Blues” im Alter von 90 Jahren verstorben - JazzEcho

20.01.2012
Johnny Otis
“Godfather of Rhythm and Blues” im Alter von 90 Jahren verstorben
Er war einer der ersten weißen amerikanischen Musiker, die sich in ihren Bands über die Rassentrennung hinwegsetzten: Jetzt ist der "Godfather of Rhythm and Blues" am 17. Januar im hohen Alter von 90 Jahren in Los Angeles verstorben.

Johnny Otis c GAB Archive, Redferns
© GAB Archive, Redferns

Johnny Otis kam am 28. Dezember 1921 im kalifornischen Vallejo als Sohn griechischer Einwanderer unter dem Namen Ioannis Alexandres Veliotes zur Welt.

Schon als Teenager traf er eine tiefgreifende Entscheidung: “...wenn die Gesellschaft einem vorschrieb, entweder schwarz oder weiß zu sein, dann wollte ich ein Schwarzer sein.”

Seine musikalische Karriere begann er als Schlagzeuger in Swingbands, spielte u.a. mit Count Basie. Mit 24 Jahren gründete er dann seine erste eigene Band und konnte mit Earle Hagens “Harlem Nocturne” gleich einen Hit landen.

Einen Namen machte sich auch als Talentsichter und -förderer: zu seinen Protégés zählten u.a. die Sängerinnen Little Esther Phillips und Etta James, Jackie Wilson, Hank Ballard und Little Willie John sowie Saxophonist Big Jay McNeely.

Sein erfolgreichstes Jahr hatte er 1950, als er mit seinem Orchester (feat. Little Esther & Mel Walker) sage und schreibe zehn Top-10-Hits hatte.

Als die Erfolge in den 1960er zunehmend ausblieben, verlegte sich der vielseitig talentierte Johnny Otis auf andere Tätigkeiten im Musik-, Fernseh- und Showbusiness und unternahm sogar einen Ausflug in die Politik.

Mit Unterstützung von Frank Zappa, der ein bekennender Johnny-Otis-Fan war, versuchte er 1969 ein musikalisches Comeback und nahm das von Rock-, Soul- und Funk-Einflüssen eingefärbte Album “Cold Shot!” auf, auf dem erstmals auch sein Sohn Shuggie Otis zu hören war.

Unter dem schlüpfrigen Bandnamen Snatch and the Poontangs spielte er noch im selben Jahr ein weiteres Album ein, das sich mit seinen expliziten Lyrics einen fetten “Parental Advisory”-Aufkleber verdient hätte. Gut, dass es diese damals noch nicht gab.

In den 1970er erfolgte der erneute Rückzug aus der Musikszene. Nun begann Johnny Otis zu malen und modellieren und wurde 1978 Prediger der Landmark Community Church.

Als die Kirche Mitte der 1990er ihre Türen schloss, startete Otis beim Radiosender KPFA seine “The Johnny Otis Show”, die er erst 2006 aus gesundheitlichen Gründen einstellen musste.

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JazzEcho: weiterführende Verweise