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25.10.2018

Lee Morgan - der tragische Shooting-Star des Jazz

Die Karriere des Trompeters Lee Morgan war tragisch kurz, aber erstaunlich produktiv und erfolgreich. Die CD-Box "5 Original Albums" versammelt jetzt fünf seiner besten Blue-Note-Alben.

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"Ich mag keine Etiketten", sagte Lee Morgan in einem Interview, das DownBeat 1972 kurz nach dem tragisch frühen Tod des Trompeters publizierte. "Wenn du spielen kannst, dann kannst du mit jedem spielen. Schau dir Coleman Hawkins oder Joe Henderson an. Deine stilistischen Präferenzen spielen keine Rolle, du wirst immer genügend begabte Musiker finden, die dieselben Vorlieben haben. Aber du solltest deiner Phantasie niemals Grenzen setzen."

 

Obwohl Lee Morgan vor allem als Hardbop-Trompeter in die Jazz-Annalen einging, hat er in seiner kurzen, aber ungeheuer produktiven Karriere ein weites Feld unterschiedlichster Stile beackert. Bevor er mit nur 33 Jahren von seiner Lebensgefährtin erschossen wurde, spielte Morgan u.a. mit Avantgardisten wie Grachan Moncur III und Andrew Hill, mit Soul-Jazzern wie Jimmy Smith, Stanley Turrentine und Dr. Lonnie Smith, aber auch John Coltrane, McCoy Tyner, Herbie Hancock, Wayne Shorter und Larry Young. Mit "The Sidewinder" brachte er 1964 bei Blue Note ein Album heraus, das ihm auf Anhieb seinen Platz im Jazz-Olymp sicherte. Zwischen 1956 und 1971 spielte er allein 25 Alben für Blue Note ein, von denen es einige - wie "The Sidewinder" - sogar in die Pop- und Rhythm'n'Blues-Charts schafften.

 

1938 in Philadelphia zur Welt gekommen, schlug der maßgeblich von Clifford Brown beeinflusste Lee Morgan schon mit 15 Jahren die Laufbahn als professioneller Musiker ein. Mit 17 war er bereits Mitglied von Dizzy Gillespies Bigband und spielte von 1958 bis 1961 mit Art Blakeys Jazz Messengers. Seinen ersten Plattenvertrag erhielt Morgan mit gerade einmal 18 Jahren bei dem führenden Jazzlabel Blue Note Records. Aus dem abewechslungsreichen Œuvre, das er im Zeitraum von nur fünfzehn Jahren für das Label einspielte, wurden nun fünf seiner Meisterwerke in der preiswerten CD-Box "5 Original Albums" versammelt: "The Cooker" (1957), "Lee-Way" (1960), "Search For The New Land" (1964), "The Rumproller" (1965) und "Delightfulee" (1966).

Auf "The Cooker" präsentierte der damals 19-Jährige mit Baritonsaxophonist Pepper Adams, Pianist Bobby Timmons, Bassist Paul Chambers und Drummer Philly Joe Jones ein kochendes Gemisch aus Bebop und Hardbop. Eine gehörige Portion Soul injizierte er wiederum in die Hardbop-Musik von "Lee-Way", die er mit Jackie McLean und Art Blakey sowie erneut Timmons und Chambers aufnahm. Nur wenige Monate nach den Sessions für "The Sidewinder" spielte Morgan mit einer absoluten Traumbesetzung (Wayne Shorter, Herbie Hancock, Grant Green, Reggie Workman & Billy Higgins) das sehr progressive Album "Search For The New Land" ein, das ebenfalls den Sprung in die Pop-Charts schaffte.

Mit "The Rumproller", das den Tenorsaxophonisten Joe Henderson featuret, knüpfte er noch einmal an den Erfolg des Boogaloo-Überraschungshits "The Sidewinder" an. "Delightfulee" schließlich gilt als eines der ungewöhnlichsten Alben in der Diskographie des Trompeters. Zu hören ist er hier teils in einem Quintett mit Joe Henderson, McCoy Tyner, Bob Cranshaw und Billy Higgins, teils mit einer Bigband unter der Leitung des Meisterarrangeurs Oliver Nelson.

 

Ausgestattet ist die Box "5 Original Albums" wie stets mit schickem Original-Artwork, Stecktaschen-CDs im Look der Original-LPs und einem attraktiven Schuber drumherum.